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Geldanlage

Worauf Senioren bei der Geldanlage achten sollten

Der Wechsel in die Rentenphase ist für viele Senioren ein finanzieller Umbruch. Die Einkünfte sinken, die Lebensversicherung läuft aus und neue Hobbys verursachen erhöhte Kosten. Auch die Sparziele benötigen eine Kurskorrektur. Wie stellt man seine Finanzen sicher auf?
1. Finanzen prüfen: Zunächst gilt es, die eigene finanzielle Situation zu analysieren: Decken betriebliche, gesetzliche und Riester-Rente alle Ausgaben im Alter? Bestehen offene Verbindlichkeiten, etwa aus einem Immobilienkredit? Stehen größere Investitionen wie die Modernisierung des Eigenheims an? Ist eine Notfallreserve vorhanden? Das Bayerische Verbraucherschutzministerium mahnt, mögliche Pflegekosten nicht zu vergessen: „Prüfen Sie, ob ein Pflegefall finanziell abgesichert ist. Wenn nicht, sollten Sie Vorsorge treffen.“

2. Einkünfte absichern: Deckt der Finanz-Check eine Einkommenslücke auf, ist diese vorrangig zu schließen. Dafür eignen sich Ersparnisse, Erbschaften, betriebliche Abfindungen oder die Auszahlung einer Lebensversicherung. Damit die Zusatzrente dauerhaft fließt, empfehlen sich sichere Anlagen mit lebenslanger Zahlung. Sofortrenten gegen Einmalbetrag bieten eine solche Gewähr. Allerdings muss man sehr alt werden, damit sich die Versicherung lohnt. Dauerhafte Einkünfte plus Wertsteigerung versprechen Mietimmobilien. Hier besteht jedoch das Risiko von Mietausfällen.

3. Sparziele festlegen:
Ist die Rentenlücke geschlossen und sind Verbindlichkeiten soweit möglich zurückgeführt, besteht Spielraum für Geldanlagen. Entscheidend sind die Anlageziele: Ist eine große Reise geplant, soll das Eigenheim modernisiert oder Kapital langfristig angelegt werden? Für kurzfristige Sparziele empfehlen sich sichere Geldanlagen wie Festgeld oder Sparbriefe. Tiefzinsen schmälern zwar die Rendite, dafür entstehen keine Kosten und der Ertrag ist exakt kalkulierbar. Beispiele: Die schwedische Klarna Bank, die niederländische Leaseplan Bank sowie der österreichische Kommunalkredit Invest zahlen aktuell 0,75 Prozent Zinsen pro Jahr für dreijähriges Festgeld, bei Ford Money sind für die gleiche Laufzeit immerhin 0,70 Prozent pro Jahr drin.

Für Sparziele zwischen fünf und zehn Jahren eignen sich Immobilienfonds oder schwankungsarme Mischfonds. Letztere kombinieren verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Rohstoffe und betreiben ein aktives Risikomanagement. Die Anlagenstreuung dämpft Marktschwankungen und hält Renditechancen offen. So gewannen etwa der Arero Weltfonds (ISIN LU0360863863) oder der FvS Multiple Opportunities R (LU0323578657) trotz Corona-Crash auf Fünfjahressicht 40 bis 50 Prozent hinzu.

4. Rendite erlauben: Vermögen, das die nächsten zehn Jahre nicht benötigt wird, kann in weltweit anlegende, kostengünstige Indexfonds fließen. Solche ETFs genannten Fonds werden wie Aktien an der Börse gehandelt, sind aber weniger riskant, da sie auf sehr vielen Aktien fußen. Die Verbraucherzentralen empfehlen ETFs auf den MSCI World Index. Dieser umfasst rund 1.600 Aktien und erzielte in Euro gerechnet seit 50 Jahren eine Durchschnittsrendite von gut 8,1 Prozent inklusive Dividenden.

5. Fehler vermeiden: Die Bundesaufsicht für Finanzdienstleistungen (BaFin) rät die Geldanlagen breit zu streuen: „Investieren Sie in verschiedene Anlageformen, um Verlustrisiken einzugrenzen und die Rendite zu stabilisieren.“ Zudem sollten Senioren misstrauisch gegenüber hohen Renditeversprechungen sein, und gegenüber ihrem Bankberater auf einer Geeignetheitserklärung bestehen. Darin müssen Banken und Finanzberater seit 2019 schriftlich darstellen, warum sie diese Anlage empfehlen. Das Schriftstück dient als Beweismittel bei Schadenersatzforderungen. Sinnvoll ist, über den Tellerrand hinaus zu schauen und sich auch bei anderen Banken und Finanzdienstleistern über Angebote zu informieren - ähnlich wie beim Kauf eines neuen Autos oder Fernsehers.
von Max Geißler, biallo.de
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