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Geldanlage

Fonds: Thesaurierend oder ausschüttend?

Wer sein Geld in Fonds anlegt, hat die Wahl zwischen regelmäßiger Ertragsausschüttung oder langfristigem Vermögensaufbau. Darauf sollten Anleger achten.
Bei Investmentfonds können Sie zwischen zwei Anlagevarianten wählen: Ausschüttung oder Thesaurierung. Bei der ersten Variante erzielen Sie als Anteilseigner Erträge aus Zinsen Dividenden oder Mieteinnahmen, die in der Regel jährlich ausgeschüttet werden. Über die ausgeschütteten Erträge können Sie frei verfügen.

Bei der zweiten Variante werden die Erträge automatisch wieder in den gleichen Fonds reinvestiert, was als Thesaurierung bezeichnet wird. Sie erhalten also keine Ausschüttung, sondern der Investitionsschwerpunkt liegt auf einer permanenten Wertsteigerung Ihrer erworbenen Fondsanteile und einem langfristigen Vermögensaufbau.

"Anlagen in Investmentfonds erfolgen durch die Zeichnung von Anteilen einer bestimmten Anteilklasse eines Investmentfonds. Die Anteilklassen orientieren sich an den verschiedenen Bedürfnissen der Anleger und können sich zum Beispiel in der Gebührenstruktur, der Anlagewährung oder der Ertragsverwendung – wie ausschüttend oder thesaurierend - unterscheiden", erklärt ein Sprecher von Allianz Global Investors.

"Ausschüttende Anteilklassen schütten in der Regel ihre ordentlichen Erträge - insbesondere Zinsen und Dividenden – meist jährlich an die Anleger aus. In der unmittelbaren Folge sinkt der jeweilige Anteilswert. Ausschüttende Anteilklassen können dem Anleger zur Erwirtschaftung eines regelmäßigen Einkommens dienen. Thesaurierende Anteilklassen behalten in der Regel ihre ordentliche Erträge ein und reinvestieren diese."

Pro und Contra der zwei Fondsvarianten

Ausschüttende Fonds

Vorteil: Regelmäßige Erträge, die Ihnen frei zur Verfügung stehen und in andere Anlageformen investiert werden können, was die Diversifikation Ihres Vermögens ermöglicht.

Nachteil: Nach der Ausschüttung müssen Sie neue rentable Investitionsmöglichkeiten für die Erträge finden, bei denen gegebenenfalls weitere Gebühren anfallen. Darüber hinaus ist wegen der Ausschüttung der Erträge bei Ihrem Fondsanteil mit keiner großen Wertsteigerung zu rechnen.

Thesaurierende Fonds

Vorteil: Keine Extragebühren bei Reinvestition der Erträge in neue Fondsanteile. Teils enormer Wertzuwachs durch Anstieg des Fondsvermögens.

Nachteil: Keine Ausschüttung der Erträge und ein erhöhtes Verlustrisiko bei fallenden Kursen, da alle Erlöse reinvestiert werden.

Tipp: Legen Sie Wert auf einen langfristigen Vermögensaufbau, sind thesaurierende Fonds dafür am besten geeignet, da ein kontinuierlicher Vermögensaufbau im Vordergrund steht. Geht es Ihnen um regelmäßige Ertragsauszahlungen, sind ausschüttende Fonds die bessere Variante.

Neue Steuerregelungen für Fonds
Seit Jahresbeginn gilt die Reform des Investmentsteuergesetzes, wonach alle Fonds anhand einer Jahrespauschale besteuert werden. Ziel dieser neuen Regelungen ist es, Depotbanken und Anleger den Aufwand für die Versteuerung zu vereinfachen. Der Sitz der Fondsgesellschaft spielt bei Ihrer Versteuerung ebenso wenig eine Rolle wie Ausschüttung oder Thesaurierung.

Depotbank führt Steuer ab
Im Zuge der Investmentreform müssen nun alle Anleger 26,375 Prozent Abgeltungsteuer von der neu eingeführten Vorabpauschale zahlen, die jedoch direkt von der Depotbank abgeführt wird. Somit müssen die Fondserträge nicht mehr bei Ihrer Steuererklärung angeben werden. Bei der Vorabpauschale handelt es sich um einen Basisertrag, den der Fondsanbieter anhand einer vorgegebenen Rechenformel bestimmen muss.

Bei thesaurierenden Fonds entfällt die Steuer, wenn am Jahresende keine positive Wertentwicklung vorliegt. Bei ausschüttenden Fonds müssen in diesem Fall nur 70 Prozent der Erträge versteuert werden. Bei beiden Fondsarten entfällt die Quellensteuer.

"Mit der Reform des Investmentsteuergesetztes wird die sogenannte Cash-Flow-Besteuerung umgesetzt. Das bedeutet, dass grundsätzlich der gesamte Zahlungsstrom aus einem Fonds an die Anleger steuerpflichtig ist. Ausschüttungen sind damit vollständig steuerpflichtig, es sei denn, für den Fonds existieren sogenannte Teilfreistellungen", erklärt Markus Temme, Pressesprecher von Union Investment.

"Thesaurierte Erträge am Ende eines Geschäftsjahres werden nicht mehr unmittelbar besteuert. Stattdessen erhält der Fiskus eine Mindestbesteuerung über die sogenannte Vorabpauschale. Die Vorabpauschale beträgt 70 Prozent des sogenannten Basiszinses, der offiziell von der Bundesbank veröffentlicht wird und für 2018 bei 0,87 Prozent liegt. Die Vorabpauschale ist aber auf den Wertzuwachs im Kalenderjahr begrenzt – es wird also nicht etwas besteuert, was nicht erwirtschaftet wurde."

Neue Regeln bei ausländischen Fonds

Die Vorabpauschale wird am Anfang des Folgejahres entweder durch Belastung des Kontos oder durch den Verkauf von Fondsanteilen beglichen. "Neu ist, dass auch bei ausländischen thesaurierenden Fonds jährlich Steuer abgeführt werden kann, wenn der Fonds in einem inländischen Depot gehalten wird. Eine regelmäßige Angabe der steuerlichen Erträge in der Steuererklärung des Anlegers entfällt somit", so Temme weiter.

"Die Vorabpauschale kann auch anfallen, wenn ein ausschüttender Fonds – gemessen am offiziell veröffentlichten Basiszins - zu wenig ausgeschüttet hat. Daher strebt Union Investment für die ausschüttenden Fonds grundsätzlich eine Mindestausschüttung pro Jahr in Höhe der Vorabpauschale an."

Einige Fondsgesellschaften haben aus der Reform des Investmentsteuergesetzes Konsequenzen gezogen. So weist ein Sprecher der Dekabank darauf hin: "Wir haben beschlossen, thesaurierende Fonds grundsätzlich auf Ausschüttung umzustellen, wenn dies möglich ist. Denn bei thesaurierenden Sondervermögen fällt bei positiver Wertentwicklung die Vorabpauschale an, die nicht vom Fonds abgeführt werden kann, sondern vom Anleger selbst aufgebracht werden muss, zum Beispiel über die Belastung des Girokontos."

Eine Umstellung sei jedoch nicht bei allen Fonds möglich. "Das gilt vor allem für Fonds mit Kapitalgarantie oder Kapitalerhaltsziel. Eine Umstellung erfolgt auch dann nicht, wenn die Produkte ohnehin nur von steuerbefreiten Anlegern erworben werden, beispielsweise beim Riester-Fondsprodukt Deka-ZukunftsPlan Classic."

Fazit: Ob thesaurierend oder ausschüttend - bei der Auswahl von Fonds kommt es auf Ihre Anlagestrategie an. Wollen Sie regelmäßige Ertragsausschüttungen oder präferieren Sie einen nachhaltigen Wertzuwachs? Steuerlich gibt es durch die Reform des Investmentsteuergesetzes keine bedeutenden Unterschiede mehr zwischen beiden Fondsarten.
von Peter Rensch
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