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Kryptowährungen

Bitcoin per Kredit: Ein Spiel mit dem Feuer

Sie sind jung, männlich und renditehungrig: die typischen Krypto-Anleger. Einige Draufgänger kaufen die Digitalwährungen auf Pump und ignorieren die Warnungen der Währungshüter.
Der Traum vom schnellen Geld. So lässt sich der Hype um Kryptowährungen am besten beschreiben. Um diesen Traum zu verwirklichen, sind einige Krypto-Jünger sogar bereit, zusätzliche Risiken einzugehen. Das ergibt eine aktuelle Umfrage des Krypto-Nachrichtenportals "Coindesk".

Jung mit ausgeprägter Risikobereitschaft
Vor allem junge Anleger sind begeistert von der schönen neuen Krypto-Welt. So sind die meisten der rund 3.000 Befragten zwischen 25 und 35 Jahre alt – und zu 97 Prozent männlich. Dabei investieren sie im Schnitt zwischen 10.000 bis 50.000 US-Dollar. Das ist aber noch nicht alles. Laut Studie kommt das Geld nicht immer aus der eigenen Tasche. Rund 18 Prozent der Nutzer geben an, sich für das Krypto-Investment verschuldet zu haben. Immerhin: Rund die Hälfte davon behauptet, bereits wieder schuldenfrei zu sein. "Coindesk" führt die Umfrage vierteljährlich unter seinen Lesern durch. Rund 46 Prozent davon stammen aus den USA und 36 Prozent aus Europa.

Bitcoin ist deutschen Anlegern suspekt
Der deutsche Anleger gilt allgemein als eher zurückhaltend, wenn es um risikoreiche Geldanlagen geht. Selbst in den tiefsten Niedrigzins-Zeiten klammern sich viele Bundesbürger noch immer an ihr Sparbuch und machen dabei einen weiten Bogen um die Börse. Daher ist es auch nicht überraschend, dass eine klare Mehrheit Bitcoin und Co. kritisch gegenübersteht.

Lediglich jeder Fünfte kann sich vorstellen, Kryptowährungen selbst zu nutzen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) hervor. Zum Vergleich: Bei der letzten Bitkom-Erhebung im Jahr 2015 konnten sich noch 36 Prozent vorstellen, die Digitalwährung einmal einzusetzen.

Regulierung nur noch eine Frage der Zeit
In den vergangenen Wochen mussten Kryptowährungen zum Teil deutliche Verluste hinnehmen. Sicherlich hat auch die Angst vor möglichen Regulierungsmaßnahmen diesen Abwärtstrend teilweise befeuert. Für viele Experten steht fest: Eine weltweite Regulierung ist nur noch eine Frage der Zeit. "Es ist unausweichlich. Das ist ganz klar ein Feld, in dem wir internationale Regulierung und anständige Überwachung brauchen", erklärte Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), gegenüber dem US-Sender CNN.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sieht das genauso und setzt sich ebenfalls für eine globale Regulierung der umstrittenen Kryptowährungen ein. "Angesichts der Tatsache, dass solche Geschäfte global angeboten werden, ist klar, dass eine nationale oder europäische Regulierung nur begrenzt wirksam sein kann." Es sei zunächst wichtig, die bestehenden Geldwäschevorschriften durchzusetzen und zu verhindern, dass Kryptowährungen, die auf Internetplattformen gehandelt werden, als Mittel der Terrorismusfinanzierung eingesetzt würden. "Anlass zu regulatorischen Eingriffen könnten auch potenzielle Finanzstabilitätsrisiken bieten, weshalb wir die Verwendung von Krypto-Token im Finanzsektor im Blick haben müssen", erklärt Weidmann.

Als wirkliche Konkurrenz zum herkömmlichen Zentralbankgeld sieht Weidmann die Kryptowährungen ohnehin nicht. "Bitcoin ist aus ökonomischer und ökologischer Sicht ineffizient", stellt er klar. "Mögliche Wertverluste alleine rechtfertigen aber kein Verbot. Im Interesse eines besseren Verbraucherschutzes sind umfangreichere Informationen für Anleger wichtig."
von Kevin Schwarzinger
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